Sonntag, 31. Januar 2016

Blogparade: Gesellschaftsspiele für die Familie

Der locafox hat aufgerufen: #SpielenBloggenSpenden

Ziel der Aktion ist es, Spiele vorzustellen, die einen festen Platz in unseren Herzen haben und jede Gesellschaft rocken. Die vorgestellen Spiele werden dann an die von den Bloggern gewählten Einrichtungen gespendet.

Ich springe ganz kurz vor knapp noch auf den fahrenden Zug auf und möchte ein Spiel vorstellen, das zwar (noch) nicht in meiner Familie angekommen ist, im Freundeskreis (meiner zweiten Familie quasi) zum unverzichtbaren Renner avancierte: *trommelwirbel*



Munchkin

Quelle: amazon.de
http://ecx.images-amazon.com/images/I/91EahBkMXrL._SY450_.jpg
Bei Munchkin handelt es sich um ein Kartenspiel von Pegasus Spiele für (in der Basisversion) 3 - 6 Spieler. Mit Erweiterungen kommen aber so viele Karten dazu, dass auch mehr Spieler locker teilnehmen können. Jeder Spieler stellt einen sogenannten Munchkin (zu deutsch: Zwerg) dar, den er in bester RPG-Manier auf Level 10 bringen will. Dazu müssen Türen eingetreten, Monster besiegt, Schätze geholt, Kräfte ausgestattet und Rüstung und Waffen gesammelt werden. Spieler können untereinander Bündnisse eingehen, um andere Spieler dabei zu behindern, Level 10 zu erreichen. Die einzelnen Spielkarten, die Monster, Rassen, Klassen, Waffen, Rüstungsteile, Flüüüüche und allerlei Bonuskarten enthalten, sind mit superwitzigen Illustrationen und Kommentaren versehen, die die Runde gerne mal vor Lachen zum Kreischen bringen ("Der Fluch gilt nicht, solange wir nicht alle Schläääääääge! gebrüllt haben! Los jetzt, macht!"). Inzwischen gibt es zahlreiche Erweiterungen für Munchkin: zusätzliche Add-Ons zum Basisspiel (mit griffigen Namen wie "Abartige Axt" oder "Widerliche Winkel", hihi) sowie Spin-Offs wie Munchkin Zombies, Munchkin Freibeuter oder Star Munchkin. Die einzelnen Add-Ons und Spin-Offs können untereinander problemlos kombiniert werden (sobald man mal gefressen hat, dass Mojos und Kräfte das selbe sind ...) und bieten genialen Spielspaß.

Den Weg in meine Zweitfamilie hat Munchkin auf einer Geburtstagsfeier gefunden, auf der ein Gast Munchkin dabeihatte. Nachdem die Regeln zuerst völlig verwirrend waren und keiner so richtig Ahnung hatte, was er jetzt machen muss. kam irgendwann de ersehnte Klick und das Spiel wurde endlich so richtig abgedreht-witzig. An sich ist das Spiel auch überhaupt nicht schwer, sobald man erstmal den Ablauf einer Runde begriffen hat. Inzwischen fehlt Munchkin auf keiner einzigen gesellschaftlichen Zusammenkunft und ist der absolute Klassiker bei uns Mittzwanzigern, obwohl das Spiel schon ab 12 Jahren empfohlen wird. Die Packung spricht von einer Spieldauer von 60 - 90 Minuten, diese steigt und fällt mit der Zahl der Mitspieler - je mehr Spieler, desto länger die Partie.

Hoffentlich verzeiht mein Freund mir irgendwann, dass ich ihn jedes Mal so richtig platt mache, wenn wir spielen ... "Hau ruhig deinen Level-30-Plutoniumdrachen auf mich drauf, ich hab ja nicht genug zu tun mit dem Level-18-Stinkender-Oger und der Level-13-Bibliothekarin!" - es ist Liebe.



Eine Ausgabe von Munchkin 1 + 2 (http://www.pegasus.de/detailansicht/17222g-munchkin-1-2/) möge bitte an die Stadtbibliothek Grimma, Friedrich-Oettler-Straße 12, 04668 Grimma gegeben werden.

Weihnachtspost

Weihnachten ist zwar schon wieder ewig her (in weniger als 11 Monaten ist schon wieder Heiligabend! :D), aber meine letztjährig versandten Karten möchte ich doch noch los werden. Aufgemerkt :)


1) Der Schlitten
Ein Kompositum aus Lila und Gold. Generell falte ich meine Karten ja aus schlichtem, weißen 160 g/m²-Papier ins Format 12 x 16 Zentimeter (hat sich fürs Umschlagformat C6 bewährt), und färbe sie dann mit Schwämmchen und Stempelfarbe (hier: Vibrant Violet von StazOn) ein. Hier kamen dann meine neuen Spielsachen von der modell-hobby-spiel im Oktober zum Einsatz: eine Hintergrundschablone in Rautenform, mit deren Hilfe ich langsamtrocknende Stempelfarbe aufgetupft (Sauerei!) und mit goldfarbenem Embossingpulver bestäubt hab, um den ganzen Spaß hernach zu schmelzen. Das runde Papierstückchen wurde ebenfalls mit Stempelfarbe eingefärbt und mit einem Musterstempel embossed. Die "Aufhängung" oben ist ursprünglich ein Kantensticker gewesen, den ich dafür zweckentfremdet habe. Den Bogen gibts bei "Ideen mit Herz" zu kaufen, ebenso die Lebkuchenmannsticker und die große Schneeflocke. Den ausgestanzten Schlitten gabs 2014 in einer Weihnachtsausgabe des Magazins "Cardmaking & Papercraft" (oder aber "Papercraft Inspirations" ... die verwechsle ich immer) - beides englischsprachige Cardmaker-Zeitschriften mit tollen Extras, die ihr über euren Bahnhofsbuchhandel erwerben oder online bestellen könnt.



2) Weihnachtsmann mit Pengling und Rentier
Auch hier die gängige Kartenfaltung, gefärbt mit blauer Stempelfarbe (Blue Hawaii von StazOn). Die Hintergrundpapier sind von Rayher und aus einem BoBunny-Winterblock. Die Applikation mit dem Weihnachtsmann, dem Pingwing und dem Rentier stammt von "Ideen mit Herz", ebenso der bekannte Lebkuchenmann, die Zierleiste oben und die goldenen Ecken-Ziersticker. Der Schneemann entstammt einem Weihnachtsset von Rayher, der Schriftzug aus einem riesigen Weihnachtsset von DoCrafts mit Papieren, Stanzteilen, Buchstaben und Zahlen und und und.



3) Wein und Pralinen
Omnomnom! Die 3D-Applikation entstammt dem bereits genannten DoCrafts-Weihnachtsset, die Sticker sind ausnahmslos alle vo "Ideen mit Herz". So viel mehr kann ich gar nicht sagen :D der Hintergrund wurde mit Emerald City von StazOn eingefärbt.
Die Karte habe ich im Endeffekt allerdings nicht geschickt. Sie war für meine Kollegen aus dem Praxissemester gedacht, und die waren schon längst im Weihnachtsurlaub, als die Karte endlich fertig wurde ... ^^'














3) Süße Weihnacht
Last but not least: eine mit Claret (von, surprise, StazOn - die eignet sich wirklich gut dafür!) gefärbte Karte mit ordentlich Süßkram und in schicken, gedämpften Farben. Das grüne Papier mit den Mistelzweigen und das Merry-Christmas-Schildchen waren ebenfalls im "DoCrafts at Christmas"-Pack. Das golden gestreifte Papier ist in DCWVs "Dear Jane"-Stack zu finden. Die goldenen Christbaumkugeln, der Lebkuchenmann und die Zuckerstangen sowie die goldenen Reliefkantensticker gibts bei "Ideen mit Herz"

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Stille Nacht, zum Lesen gemacht ... Zauber, tu was du willst!

Es ist WEIHNACHTEN! 
Verbringt ein paar schöne Tage oder Stunden mit eurer Familie und überhaupt den Menschen, die euch wichtig sind, lasst euch nicht hetzen und nicht ärgern und seit nett zu euren Mitmenschen. Lasst euch reich beschenken ;)

Das Fräulein wünscht frohe Weihnachten ♥


Sonntag, 15. November 2015

Bücherzirkus in Leipzig

*kreischend im Kreis rennt*

Leipzig hält gerade meinen Untergang bereit: es ist Bücherzirkus! 
Seit Mitte Oktober lagert der riesige (gewaltige!) Bücher-Outlet mit seinen Stapeln von Mängelexemplaren zu wirklich mächtig günstigen Preisen im Kohlrabi-Zirkus hier in der Stadt und ich war schon zweimal da. Inzwischen wurde der Aufenthalt bis Mitte Dezember verlängert adé, Leben, adé, Bachelorarbeit ...

Obwohl ich erst ein arges bisschen sauer war, dass die Vermieter des Kohlrabizirkus für den Bücherzirkus andere Veranstaltungen, allen voran den Jules-Fantasymarkt am Halloween-Wochenende, äußerst kurzfristig abgesagt haben, bin ich dann doch mal hingeschlichen ... und es hat sich gelohnt :D

Herr D. reagierte zwar eher zurückhaltend, als ich zum zweiten Mal ningelte, wie schwer meine Baumwolltaschen sind und er auf die Frage "Schatz, wieviele Bücher?" die Antwort "Wenn du nicht fragst, muss ich dich nicht belügen" erhielt ...

Dreizehn beim ersten Besuch, 20 beim zweiten. Für ziemlich genau 100 € hab ich also 33 Bücher gekauft. Das ist meine Ausbeute (nicht vollständig, da fehlen noch vier Bücher):

Der Stapel ist mehr als halb so hoch wie ich! Nun bin ich ja nicht die Größte ... aber trotzdem xD

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Auf ein paar ausgewählte Exemplare möchte ich detailliert eingehen. Paddington präsentiert die uns hier mal publikumswirksam:

1) Die Bücher von Umber


Die Bücher von Umber ist der Titel einer Buchreihe von P. W. Catanese, die von 2010 bis 2012 in drei Bänden bei Carlsen erschienen ist. Merkwürdigerweise sind die Bücher komplett an mir vorbeigegangen (obwohl ein Wal drauf ist!). Die Reihe handelt von Happenstance, einem Jungen, der ohne Erinnerungen aber mit erstaunlichen Fähigkeiten in einer dunklen Höhle erwacht und vom etwas kuriosen Lord Umber, einem Abenteurer und zwei nicht weniger besonderen Begleitern, gefunden und mit heimgenommen wird.Das ganze spielt in einer fantastischen, magischen, vom Steampunk angehauchten Welt, in der ein Wal eine kleine, aber tragende (hihi) Rolle spielt. 

Aufmerksam geworden bin ich auf die Reihe erst im Sommer 2015, als ich mit einer tollen Kommilitonin ein Referat über Leseanreize für Jungen zwischen 12 und 16 vorbereitet habe und wir auf ich weiß nicht welchem Wege über den ersten Band gestolpert sind. (Wahrscheinlich hab ich den Wal gesehen und freudig gequietscht. Das ist nicht undenkbar). Die magische, aber nicht zu magische, geheimnisvolle, aber wunderschön beschriebene Welt zieht einen ganz schnell in seinen Bann, auch wenn zumindest im ersten Band die Geschichte noch eher langsam in Fahrt kommt, da zuerst alle wichtigen Charaktere eingeführt werden. Aber das ist okay so!

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2) Die letzten Überlebenden


Die letzten Überlebenden habe ich geliehen von einer Freundin zu lesen begonnen und war direkt begeistert. Erschienen ist die dreibändige Reihe von Susan Beth Pfeffer ebenfalls von 2010 bis 2012 bei Carlsen. Der erste Band, Die Welt wie wir sie kannten, fehlt mir nun leider noch, aber mit Band 2, Die Verlorenen von new York und 3, Das Leben das uns bleibt, bin ich auch ganz glücklich. Die drei Bücher erzählen die Geschichten der Jugendlichen Miranda (in Band 1) und Alex (Band 2), die in unterschiedlichen Städten mit den Folgen eines Kometeneinschlags auf dem Mond, der diesen aus seiner Umlaufbahn und näher an die Erde gestoßen und damit das Weltklima extrem verändert hat, zu leben lernen: Überschwemmungen, extreme Wetterlagen, Schneestürme, Dürren, Stromausfälle, Hungersnöte ... im dritten Band treffen die beiden schließlich aufeinander, als sie ihre Heimat verlassen um anderswo hoffentlich überleben zu können.

Die ersten beiden Bände sind für mich die stärkeren, der dritte schwächelt eher, aber insgesamt war ich von der ganzen Geschichte von Anfang an wahnsinnig fasziniert. Nun kann ich nicht einschätzen, wie wahrscheinlich es ist, dass eine solche Katastrophe passiert, aber beim Lesen ins Grübeln zu geraten, zu denken, "Was würde ich tun, wie würde ich reagieren?" ist ausgesprochen spannend. Eigentlich bin ich ziemlich bedrückt, dass keine weiteren Bände in der Reihe erschienen sind, die die Schicksale weiterer Personen an anderen Orten schildern. Europa, Afrika, Asien! Aber gut ... es gibt natürlich Grenzen dessen, was das Wetter treiben und Menschen zustoßen kann.

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3) Die Medici-Chroniken


Über Die Medici-Chroniken von Rainer M. Schröder bin ich im Mai 2013 in der hiesigen Stadtbibliothek gestolpert. Als großer Schröder-Fan und Florenz-Fangirl musste ich da natürlich sofort zugreifen. Schröder hat für mich persönlich so ein paar Qualitätsmerkmale, die mich fast immer verleiten: gut recherchierte, historisch genaue, spannende geschriebene Geschichten mit abwechslungsreichen Charakteren und einem großartigen Schreibstil, die für Jungs wie Mädels interessant sind. Ah, und natürlich schicke Covergestaltung, an dieser Stelle linse ich mal zu meinem Die Bruderschaft vom heiligen Gral-Schuber rüber ;)

Die drei Bände der Medici-Chroniken erschienen von 2009 bis 2011 im Arena-Verlag, wo sie inzwischen leider nur noch als Taschenbücher in anderer Optik erhältlich sind. Leider fehlt mir auch hier der erste Band, Die Hüter der Macht in schickem Rot, den werd ich mir gebraucht besorgen müssen.

Erzählt werden mehrere Stränge nebeneinander. Da ist einerseits die Familie Fontana, die vom im  ersten Band noch jungen Sandro durch Geschick und Treue zum Medici-Clan aufsteigt, andererseits natürlich der Clan selbst, der in Florenz das Sagen hat. Außerdem tauchen weitere Einzelcharaktere auf: Tessa, eine Sklavin, Fiora, eine Handwerkstochter, Francesca, die einem Attentat entgeht ... vorangetrieben wird die Handlung durch Ereignisse, die sich tatsächlich zugetragen haben. Der Dom von Florenz wird im Hintergrund gebaut, die Pazzi-Verschwörung nimmt ihren Lauf, der Giuliano zum Opfer fällt, Girolamo Savonarola predigt das Fegefeuer ... 

Mit einem unerwarteten, furiosen, aber auch bitteren Finale schließt die Reihe schließlich und erhält von mir eine massive Leseempfehlung. Lesen! Unbedingt! Das bildet noch mehre als Assassin's Creed, auch wenn ich's gar nicht so gern sage :'D

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Und damit schließt auch mein Wort zum Sonntag, mein erster Post seit Monaten. Ich muss um Verzeihung bitten, aber ich schreib gerade meine Abschlussarbeit und die macht mich einfach fertig ^^"

Ich gelobe aber Besserung! Hier liegen so viele tolle Sachen rum, die ich noch lesen muss ...

Bis denn! (Und danke, Paddington. Hast gut präsentiert ♥)

Freitag, 17. April 2015

Lady of the Shades - Darren Shan

Wieder ein Shan-Buch ... ich hab's vielleicht erwähnt, aber ich fangirle diesen Autor sehr (Zeit für schlechte Wortwitze: ein Shangirl, sozusagen, hihi).

Nun war ich ja kürzlich in Irland. In Galway. Und da gibt es diesen 2nd Hand Bookstore, diesen umwerfenden ... Kenny's Bookstore. Neue und gebrauchte Bücher ... eine riesige Lagerhalle voll. Wir hatten leider nicht so viel Platz, um viel mitzunehmen ... Ryanair, wir erinnern uns.

Jedenfalls ... ein Bild sagt mehr als tausend Worte, daher:


Drei Regalbretter Darren Shan sind natürlich das absolute Highlight für jemanden, in dessen Land man normalerweise kein einziges findet ... also hab ich zugeschlagen. Die Lady of the shades sowie der Thin executioner enhancen nun mein Bücherregal, jippie :) und da ich keine Bücher mit nach Irland nahm, um möglichst viele nach Deutschland einführen zu können, wurde die Lady gleich gelesen. Was soll ich sagen? Ich war sprachlos. Aber von Anfang an ...


Freitag, 27. März 2015

Die Zom-B-Apokalypse, oder: Darren Shan, sein neuester Streich

Der eine oder andere weiß es vielleicht: Darren Shan ist der Held meiner Kindheit und Jugend, und mit Zombies verbindet mich eine ausgeprägte Hassliebe. Was läge also näher, als hier über die aktuelle Reihe des MASTERS OF YOUNG ADULT HORROR HIMSELF zu schnacken? Ganz recht - gar nichts.

Wie der Name nahelegt, geht es in ZOM-B vorrangig um Zombies. Und um die Zombieapokalypse. Aber nicht so sehr um Überlebende aka Menschen. Mehr so um nicht ganz stumpfe Zombies. Wow! Die Zombies sind aber eigentlich nur ein Deckmäntelchen. Im Nachwort zum ersten Band, einem Interview, sagt Master Shan, was unter der blutmatscheingeweidigen Oberfläche eigentlich brodelt: Rassismus nämlich. Aber das geht jetzt zu schnell.

Zom-B, der erste Band der Reihe, erschien Ende 2012, im Drei-Monats-Rhythmus sind seitdem die Folgebände erschienen (von denen ich aber erst 3 besitze ... kommt davon, wenn man immer nur mit RyanAir und ohne Koffer fliegt >_<), jetzt kürzlich erschien Band Numero 10, Bride, was der Anlass für den Blog hier sein dürfte ;)

Protagonist der Reihe ist B Smith. B ist einer dieser Teenager, denen man nicht im Dunkeln begegnen will und die man sich nur auf RTL im Nachmittags-Programm anguckt: der Vater ausänderfeindlich mit Hang zu Akohol und Prügel, die Mutter besorgt und liebend dem Kind gegenüber, aber zu verängstigt, dem Mann entgegenzutreten ... weswegen B einspringt, wenn der Vater die Hand gegen seine Frau erhebt. In der Schule ist B eins dieser Kinder, die ziemlich viel stören und andere Schüler mobben - vor allem auf einen hat B es abgesehen: Taylor Bayor, einen farbigen Jungen. Vom Väterchen, der von seinem Kind eben doch irgendwie geliebt wird, hat B nämlich vor allem eines: einen Hang zum Rassismus, der zwar vehement abgestritten wird, aber unverkennbar da ist.

Inhalt

Im Prolog der Reihe lernen wir zuerst aber Brian kennen (von dem ich anfangs dachte, er wäre B, und ganz schockiert war, als er nach 5 Seiten stirbt - und zwar endgültig. Hä?!), der unglücklicherweise im irischen Pallaskenry lebt, wo die Zombieapokalypse beginnt. In der Nacht erwacht der Junge und kann beobachten, wie ein Nachbarsjunge dessen Mutter und Brians Mutter seinem Vater das Hirn aus dem Schädel kratzt. Auf der Flucht trifft er einen gruseligen alten Mann mit Eulenaugen (nein, nicht Peter Capaldi), der verspricht ihm zu helfen und ... Brian gnädigerweise den Hals bricht, bevor er den toten Jungen den Zombies zum Fraß vorwirft. Großzügig!

Zeitsprung: Im ersten Kapitel sehen B und Bs Eltern einen Fernsehbericht über Zombies in Irland. Während die Mutter sich echte Sorgen macht ("But it's on TV! It's got to be true!"), lachen B und der Vater sie aus und vermuten eine Verschwörung, einen Hoax, eine Werbung für ein Videospiel ... jedenfalls glauben sie ganz fest nicht an den Wahrheitsgewalt der Sendung. Zombies, pfft ...
Nach einem Schulausflug, auf dem B ein paar merkwürdige Gestalten davon abhält, ein Kind zu entführen und einer Auseinandersetzung mit einem Lehrer hat, der den väterlichen Rassismus aufs Kind überträgt, mehreren Konfrontationen in der Schule, bei denen wir B besser kennen lernen, und einem Wiedersehen mit dem alten Gruselcreep aus dem Prolog in Bs Haus kommt es zum Showdown in der Schule. Völlig überraschend verwandeln sich einige Schüler und Lehrer plötzlich in Zombies und überrollen das Gebäude. B und ein paar Kameraden versuchen, zu entkommen, finden aber alle Ausgänge verschlossen vor. Liegt da etwa ein Komplott in der Luft?! Kurz vor dem Ende rettet Bs Vater sein Kind und bringt es dazu, eine Tat zu begehen, die alles durcheinander bringt ...

Soviel also zum Inhalt. In den Folgebänden erwacht B unter anderem in einem unterirdischen Forschungskomplex, streift durch London, trifft auf eine Armee guter Zombies und erfährt insgesamt viel mehr über die Untoten, als jemals jemand wissen wollte ...

Stil

Es ist, wie es mit dem Shan immer ist: er nimmt kein Blatt vor den Mund. In der Tradition von Zombiefilmen und -games gibt es mehrere Szenen, in denen Blut und Eingeweide, Hirnfetzen und Körperteile fliegen. Zwar wird er dabei (meist ... ich schaudere, wenn ich an Mr Dowling denke) nicht übermäßig detailreich, aber das, was geschrieben steht, ist ausreichend anschaulich,  um dem Leser flau werden zu lassen. Zu lesen, wie jemandem die Augen ausgestochen werden oder die Schädeldecke aufgeknackt ... nicht so schön. Ein anderes Problem, das ich so bei Shan noch gar nicht erlebt habe, ist der Aufbau des Spannungsbogen. Die Handlung entwickelt sich sehr schleppend. Sowohl bei Zom-B als auch bei Underground ist es mir deutlich aufgefallen: etwa 3/4 des Buchs sind eher ödes Vorgeplänkel. Natürlich passieren ein paar Sachen, die später noch wichtig werden, die man erst später zuordnen kann ... aber leider plätschert die Geschichte ein bisschen dahin, bis es im letzten Viertel so richtig zu Action kommt. Nur muss man soweit eben erst kommen. Gerade im ersten Band hab ich jedes Kapitel mit der Erwartung begonnen, dass jetzt bestimmt gleich die Zombies kommen! Aber jetzt! Na, dann jetzt? Immer  noch nicht? ... hm. Oh, jetzt sind sie da ... aber das Buch ist keinen Zentimeter mehr dick!
Das ist schade. Natürlich braucht es eine stabile Vorgeschichte, eine Einführung in Bs Umstände ... aber hauptsächlich hab ich das Buch doch gekauft gehabt, um zu sehen, wie Zombies alles überrennen. Und bis zum wirklich wahren Showdown mit dem absoluten GASP-Moment vergehen leider einige weitere Millimeter Buch. Positiv zu erwähnen ist aber, dass sich diese schleppende Handlung in Band 3 und 4 bessert, da ist die Geschichte von Anfang an mitreißender, auch wenn dort ebenfalls immer erst am Ende ein plötzlicher Schocker mit einem üblen Cliffhanger lauert.

Problematisch finde ich die Illustrationen, die in den Büchern verteilt sind. Einerseits finde ich den Stil nicht besonders schön (vor allem B selbst ist ja überhaupt nicht mein Fall, auch wenn der Grund für dieses Character Design vollkommen einleuchtet), andererseits ... nun, eigentlich sind sie nicht wirklich schockierend, jedenfalls meistens, aber doch mindestens unangenehm ... und für jüngere Leser möglicherweise durchaus verstörend. Ich bin Mitte 20 und dachte mir ein paar Mal "Eeeeow...". Es liegen hin und wieder Leichen (mit Wunden und offenen Augen) herum, werden Schädel ausgekratzt oder von einer freundlich lächelnden, blonden Kantinenfrau ausgelöffelt. Young Adults nehmen das möglicherweise sehr viel  intensiver auf als ältere, abgebrühtere Leser.

Die Zombies

Die Zombies!! Shan, du alter Clown, ich liebe, wie du ausgelutschten Monstern neue Zügeverleihst. In der Vampire's-Assistant-Reihe waren es die Vampire, die ich kennen und lieben gelernt habe und die bis heute mein Bild von Vampiren prägen. [An dieser Stelle ein kleiner Exkurs: als der Darren-Shan-Film nach dem ersten Twilight erschien und vom Bruder des Twilight-Regisseurs gemacht wurde, gab es tatsächlich Leute, die Darren Shan vorgeworfen haben, Eigenschaften der Vampire aus Twilight abgekupfert zu haben. Vergleicht man das mal (können sich im Sonnenlicht aufhalten, halbwegs ordentlich von Tieren ernähren, suuuperschnell rennen...) tun sich tatsächlich Parallelen auf. Schade nur, dass Darren Shans Vampirreihe mehrere Jahre vor Twilight erschien ... wer hat da wo gemopst?]
Das wiederholt sich nun mit den Zombies. Man sollte meinen, wie auch Vampire sind "braaaaainz"-keuchende Untote ausgereizt, aber der Master of Horror hat es geschafft, auch hier noch ein paar unangenehme Aspekte hinzuzufügen. So wachsen den Zombies die Finger- und Zehenknöchel über die Kuppen hinaus durchs Fleisch und werden härter und spitzer, wodurch sie eine ausgezeichnete Waffe für ... nun, allerlei Widerlichkeiten darstellen. Des weiteren hat sich Shan ein paar interessante Gedanken über die Existenz als Zombie gemacht. Das verspeiste Hirn muss wieder raus aus dem Organismus, um Bakterien und Insekten keinen Wirtskörper zu bieten, Haare wachsen nicht nach, Geschlechtsverkehr wird unmöglich aus Mangel an Blutfluss, kein Blinzeln mehr, die Notwendigkeit von Augentropfen, da die Augen sonst austrocknen, kein Schlaf ... ich liebe ja Details, egal wie unnötig sie eigentlich sind. An dieser Stelle ist Zom-B wahrlich ein Genuss!

Fazit

Ganz Pippi-Langstrumpf-mäßig schafft sich Shan seine eigene Zombie-Welt, und das ist gut so. Er hat frische Ideen, die schocken und, wie man das im Genre erwarten muss, schon ein wenig eklig sind. Horrorfeeling kommt auf jeden Fall auf! (Ich muss auch gestehen, nach Genuss der Bücher nachts prinzipiell von Zombies zu träumen ...). Für wenig zart besaitete Gemüter ist Zom-B absolut geeignet. Dabei sollten Eltern (und das empfehle ich wirklich dringend!) vor Kauf und Verschenken einen längeren Blick in die Bücher, in die Wortwahl, auf die Illustrationen werfen. Allein die Cover können gut Aufschluss darüber geben, ob man das seinem Sprössling zutraut! Empfehlen würde ich die Reihe für Leser 14+, aber auch das nur als grobe Orientierung. Wie gesagt ... davon trennen mich zehn Jahre und ich habe einige Male schwer geschluckt!

Den Leser erwartet eine Geschichte, die durch unerwartete Charaktere und Wendungen, durch Absenz einer Lovestory und viele kuriose Ideen besticht und dabei tiefer geht, als manch anderes Zombie-Buch (vergleichsweise hab ich z.B. "Z - Das Spiel der Zombies" gelesen. Nicht schlecht, aber sehr schwarz-weiß). Vor allem für Jungs von Reiz ist wohl, dass lange im Unklaren bleibt, ob B eigentlich Junge oder Mädchen ist. Erfahrungsgemäß mögen Jungs ja keine weiblichen Protagonisten - für Zom-B spielt das Geschlecht des Hauptcharakters aber so ziemlich gar keine Rolle. Wer etwas krude, mysteriöse Geschichten liebt und/oder ein Shanboy oder Shangirl ist, sollte ruhig mal reinlesen. Shan-Charme ist auf jeden Fall vorhanden!

Insgesamt vergebe ich an Zom-B für

4 von 5 ausgelöffelten Schädeln


(wobei ich nicht verhehlen kann, ein bisschen großzügig zu sein, weil ich den Shan so prima finde ...)

Sonntag, 1. März 2015

Sturmtöchter - Josephine Pennicott

So sehr ich ja auf Schmonzetten abfahre, so sehr gruselt mich davor, wenn Klappentexte in irgendeiner Weise ein Familiengeheimnis andeuten, bei dessen Enthüllung es schon fast zu spät ist für ... ja, für wen oder was auch immer eigentlich.

Sturmtöchter von Josephine Pennicott ist ein 2014 bei List erschienener Roman, der in Australien spielt und für 14,99 € als Taschenbuch erworben werden kann. Auf 409 Seiten (die sich überraschend stark gezogen haben ... normalerweise hab ich sowas schneller durch!) folgen wir Elizabeth Thorrington (den Nachnamen musste ich jetzt ernsthaft nachschlagen o_O) auf der Suche nach ihren Wurzeln und der Lösung des Familiengeheimnisses.

Ausgangspunkt des Romans ist der Tod des siebenjährigen Mächens Shalimar Partridge, Tochter des Malers Rupert Patridge (hochbedrohlicher Beiname: "Der Teufel der australischen Kunst" - hmpf), im November 1945, infolgedessen Ruperts Frau vor einen Zug läuft (das ist kein Spoiler, das passiert auf Seite 3) und er wegen Mordes an der Tochter aufgeknüpft wird. Ganz grob erfahren wir, dass seine drei Modelle, die "Flowers" Wanda, Kitty und Ginger, unter Einfluss der gruseligen alten Haushälterin Mrs Sharp schwören, das Geheimnis der Geschehnisse dieser Nacht für sich zu behalten.

Fast 60 Jahre später, im Jahr 2004, wird unserer Protagonistin Elizabeth (eine Fotografin, die vor allem dafür berühmt ist, mit ihrer antiken Glasplatten-Kamera "Linda" Fotos aufzunehmen, die immer mal wieder Kontroversen auslösen, ob es sich bei ihnen um Kunst oder Pornographie handelt) von der Britin Holly Shaw angeboten, mit der einzig verbliebenen Flower, Ginger Lawson (Kitty ist gerade gestorben und Wanda im Altersheim), Bilder zu schießen, die das Buch "Flowers of the Ruins" über Partridges altes Anwesen Currawong Manor (im Volksmund als "die Ruinen" bekannt) illustrieren sollen. Zusammen mit Nick Cash, Journalist und ehemaliger Gitarrist einer Rockband, nimmt Elizabeth  (die sich standhaft weigert, Liz genannt zu werden, außer von ihren besten Freunden) das Angebot an und zieht auf Currawong Manor ein. Es folgen: Sitzungen mit Ginger zum Schreiben und Shooten, bis die alte Frau irgendwann nur noch auf Tonband spricht, weil das alles sie so mitnimmt ; Gastauftritte von Elizabeths bester Freundin Fleur und deren zwei Gören Kindern, während derer Elizabeth nicht müde wird, innerlich zu seufzen, weil sie keinen Mr Right und keine Kinder hat ; plumpes Geflirte von Ginger an Nick und Nick an Elizabeth, wobei der Depp nicht begreifen will, dass sie patzig wird, wenn er sie Liz nennt ; Ausflüge in die Owlbone Woods, die immer ziemlich gruselcreepy enden ... und im Laufe von Gingers Ausführungen kommt Elizabeth tatsächlich dem Geheimnis ihrer Familie auf die Spur.

Ich bin sehr geteilter Meinung, was Sturmtöchter angeht. Einerseits ist die Idee wirklich interessant  (obwohl wir ja, und da hat Mademoiselle Claire völlig recht, Familiengeheimnisse schon bis zum Erbrechen kennen), die Rahmenhandlung ist ziemlich spannend und die Auflösung mehr als unerwartet. Die Auflösung hat mich tatsächlich zum Staunen gebracht! Sie war nicht ausgenudelt, nicht vorhersehbar, es gab auch keine Hinweise darauf und sie war nicht unrealistisch und durchtrieben. Insofern wirklich keine schlechte Geschichte, da gab es schon Schlimmeres! Man könnte also gut Punkte vergeben ...

... wären da nicht diese wenig sympathischen Charaktere.

Vor allem leider unsere Protagonistin Elizabeth. Ich erwähnte es ja bereits: Elizabeth macht kontroverse Bilder mit ihrer antiken Kamera, die wieder und wieder und wieder und wieder erwähnt wird. Wir dürfen ja auf gar keinen Fall vergessen, dass Elizabeth ganz 'ne Specialige ist! Besonders anstrengend ist, dass sie nicht müde wird, dem Leser in Erinnerung zu rufen, wie alt sie sich fühlt und wie dringend sie sich Kinder wünscht. Dringendst!! Ein dreiviertel Buch lang stößt sie ihren "Gegenspieler" Nick immer wieder zurück, hält ihn für arrogant und einen Macho ... bis es gefühlte 50 Seiten vor Schluss doch noch zum Schäferstündchen kommt und die beiden am Ende des Buches ein glückliches Paar sind und ein Kind bekommen. Tut mir leid, Frau Pennicott, aber es wirkt aufgesetzt. Ob Elizabeth den Nick wirklich liebt oder doch bloß schnell den ersten Kerl geschnappt hat, den sie kriegen konnte .. nichts Genaues weiß man nicht.

Das bringt mich zu einem Punkt, der mir ja immer wieder sauer aufstößt: Liebesgeschichen, die eine Geschichte bereichern sollen. Die Story von Sturmtöchter für sich ist eigentlich sehr viel wert. Wie schon gesagt erwartet den Leser eine ganz unerwartete Aufklärung des Todes der kleinen Shalimar, mit der ich ganz sicher nicht gerechnet habe. Die Handlung könnte gut durchdacht sein, kein Abklatsch unzähliger bereits dagewesener Geschichten, gewürzt mit einer Prise Mystik, die einen immer wieder überlegen lässt, ob da nicht doch was Übernatürliches am Werk ist ... nur die Liebesgeschichte ist vollständig unnötig. Es bringt die Handlung keinen Schritt voran, dass Elizabeth mit Nick in der Kiste landet, dass sie jedes Mal einen schweren Stich fühlt, wenn sie Fleurs Kinder rumtoben sieht, dass sie immer wieder jammert, Kinder zu wollen ... es ist eine nette kleine Abrundung am Schluss, dass die Nachkommenschaft des Malers in die nächste Runde geht, aber das war's eben auch leider. Die eigentliche Handlung gewinnt (oder verliert) überhaupt nichts. Warum konnte man die nicht weglassen? Ist doch traurig, dass Lektoren scheinbar annehmen, ohne Romanze würden Bücher nicht gelesen (und Filme nicht geguckt ... das steht nämlich auf einem ganz ähnlichen Blatt).

Eigentlich wollte ich noch einen Absatz zu den arg gewöhnungsbedürftigen Dialogen im Buch verfassen, muss den aber leider streichen. Das Buch ist bereits zurückgegeben, daher sind leider keine Beispiele möglich. Gomen nasai!

Und damit muss ich leider zum Schluss kommen. Die Besprechung für die Sturmtöchter hat wochenlang geruht, wodurch nicht jeder Aspekt zum Tragen kommen konnte, den ich eigentlich ansprechen wollte. Sehr schade! Zusammengefasst bekommt der Roman von mir

3,5 von 5 Pinseln

da er für mich vor allem durch den interessanten und völlig unerwarteten Abschluss der Shalimar-Handlung besticht. Die aufgesetzte, eigentlich unnötige Liebesgeschichte mag ein Dorn in nur meinem Auge sein, das ist schwer einzuschätzen. Man kann das Buch trotzdem gut lesen und es ist eigentlich wirklich nicht schlecht. Nur stören "Augenroll-und-seufz"-Momente den Lesespaß eben leider sehr ...

Denen, die sich entscheiden, es zu lesen, trotzdem viel Spaß ♥